Deutsche und Juden haben nach dem Holocaust einen langen steinigen Weg zurĂŒcklegen mĂŒssen, um eine AnnĂ€herung zu erreichen. Besonders schwierig war der Dialog zwischen der Bundesrepublik und Israel. Erst 1965 kam es zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Staaten. Detailliert weist der Autor nach, wie bis zu diesem Zeitpunkt Vorurteile, Misstrauen und MissverstĂ€ndnisse das gegenseitige VerhĂ€ltnis prĂ€gten. Aus zahlreichen ArchivbestĂ€nden Israels, Deutschlands, Englands und den USA erschlieĂt er dem Leser aus israelischer Perspektive die komplexe Struktur des deutsch-israelischen AnnĂ€hrungsprozesses: Im Zentrum stehen die Verhandlungen ĂŒber die deutschen Wiedergutmachungszahlungen, fĂŒr die die Israelis den Ausdruck Shilumim prĂ€gten. Allgemeine wirtschaftliche und finanzielle Fragen, militĂ€rische Kooperation und deutsche Waffenhilfe sind ebenso berĂŒcksichtigt wie erste AnlĂ€ufe zu einer kulturellen Zusammenarbeit oder Probleme der strafrechtlichen Verfolgung von NS-Verbrechern. Deutlich wird auch, welche Rolle die Haltung der Araber fĂŒr die deutsch-israelischen Beziehungen gespielt hat - dies nicht zuletzt im Hinblick auf die AktivitĂ€ten der DDR-Regierung im Mittleren Osten.